Mehr zu Innere Medizin
Die Innere Medizin kümmert sich um alles, was im Körper arbeitet, ohne dass man es sieht: Magen und Darm, Leber, Nieren, Lunge, Herz, Schilddrüse und Bauchspeicheldrüse. Die Beschwerden sind dabei oft unspezifisch, ein Tier frisst schlechter, nimmt ab oder ist matt. Unsere Aufgabe ist es, aus diesen Zeichen eine belastbare Diagnose zu machen.
Wann eine internistische Abklärung sinnvoll ist
Gerade Katzen und Heimtiere verbergen Beschwerden lange. Typische Anlässe:
- bei Erbrechen und Durchfall, die länger anhalten oder wiederkehren, um zwischen Fütterungsfehler, Infektion, Fremdkörper und chronischer Darmerkrankung zu unterscheiden.
- bei Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit, als häufig erstes und lange einziges Zeichen einer Organerkrankung.
- bei vermehrtem Trinken und Harnabsatz, weil dahinter Nieren, Schilddrüse, Nebenniere oder Zuckerstoffwechsel stecken können.
- bei Husten, Atemnot oder schneller Atmung, um Atemwege und Herz voneinander abzugrenzen.
- bei nachlassender Leistung und Mattigkeit, auch wenn sie zunächst als Alterserscheinung wirken.
- bei verändertem Harnabsatz, etwa Pressen, Blut im Urin oder Unsauberkeit, was bei Katern schnell zum Notfall wird.
- zur Kontrolle chronischer Erkrankungen, um Medikation und Fütterung an den Verlauf anzupassen.
Unsere Diagnostik
Die Innere Medizin lebt von der Kombination mehrerer Verfahren. Erst zusammen ergeben sie ein Bild.
- Labordiagnostik: Blutbild, Organprofile, Hormonwerte, Harn- und Kotuntersuchungen, im eigenen Labor sowie über spezialisierte Fremdlabore.
- Ultraschall der Bauch- und Brustorgane: beurteilt Struktur und Größe von Leber, Nieren, Milz, Darm und Blase, ohne das Tier zu belasten.
- Röntgen und Kontrastmitteluntersuchungen: zeigen Fremdkörper, Verlagerungen und den Fluss im Verdauungstrakt.
- Endoskopie von Magen, Darm und Atemwegen: erlaubt den direkten Blick auf die Schleimhaut und die Entnahme von Gewebeproben.
- Computertomographie: für Fragestellungen, bei denen Röntgen und Ultraschall nicht weiterführen.
- Zytologie und Biopsie: sichern die Diagnose feingeweblich ab, wenn ein Befund unklar bleibt.
Die Organsysteme, um die es geht
Verdauungsapparat und Anhangsorgane
Magen, Darm, Leber und Bauchspeicheldrüse. Häufige Befunde sind Gastritis, chronische Darmentzündungen, Pankreatitis, Lebererkrankungen und Darmverschluss durch Fremdkörper. Ein Teil davon wird internistisch behandelt, ein Teil geht in die Chirurgie.
Harn- und Geschlechtsorgane
Nieren, Blase, Harnröhre und Gebärmutter. Chronische Nierenerkrankungen gehören zu den häufigsten Diagnosen bei älteren Katzen, Harnwegserkrankungen bei Katern zu den dringlichsten.
Atmungsorgane
Von der Nase bis in die Lunge. Bronchitis, felines Asthma und Lungenentzündungen zeigen sich ähnlich, verlangen aber unterschiedliche Therapien; die Endoskopie der oberen und unteren Atemwege hilft bei der Abgrenzung.
Hormonsystem und Stoffwechsel
Schilddrüse, Nebenniere und Zuckerstoffwechsel. Diese Erkrankungen wirken sich auf Gewicht, Fell, Haut und Verhalten aus und werden oft über Blutwerte gefunden, nicht über ein einzelnes Symptom.
Herz und Kreislauf
Eigener Schwerpunkt mit eigener Ausstattung, mehr dazu unter Kardiologie.
Behandlung und Verlauf
Viele internistische Erkrankungen sind chronisch. Sie lassen sich nicht heilen, aber gut führen: mit angepasster Medikation, passender Fütterung und regelmäßiger Kontrolle der Werte. Genau diese Kontrolle entscheidet darüber, wie lange ein Tier stabil bleibt.
Die Innere Medizin greift bei uns in fast jeden anderen Bereich hinein: in die Dermatologie, wenn sich eine Stoffwechselerkrankung an der Haut zeigt, in die Ernährung, wenn das Futter Teil der Therapie ist, und in die Onkologie, wenn aus einem unklaren Befund ein Tumorverdacht wird. Wie es weitergeht, besprechen die behandelnden Tierärztinnen und Tierärzte mit Ihnen anhand der Befunde.


















