Mehr zu Dermatologie

Die Haut ist das größte Organ und die erste Barriere gegen Bakterien, Pilze, Parasiten und Allergene. Sie zeigt zugleich an, was im Inneren nicht stimmt: Viele Hautprobleme bei Hunden und Katzen sind Ausdruck einer Allergie, einer hormonellen Störung oder eines Stoffwechselproblems. Deshalb beginnt Dermatologie bei uns mit der Ursachensuche, nicht mit dem Shampoo.

Wann eine dermatologische Untersuchung sinnvoll ist

Hautbefunde sehen sich ähnlich, haben aber sehr unterschiedliche Ursachen. Typische Anlässe für eine Vorstellung:

  • bei anhaltendem Juckreiz, weil ständiges Kratzen, Lecken und Beknabbern die Hautbarriere zerstört und Sekundärinfektionen nach sich zieht.
  • bei Haarausfall und kahlen Stellen, um zwischen Parasiten, Pilzinfektion, Allergie und hormoneller Ursache zu unterscheiden.
  • bei geröteter, schuppiger oder verdickter Haut, als Zeichen eines länger bestehenden entzündlichen Prozesses.
  • bei wiederkehrenden Ohrentzündungen, weil das äußere Ohr häufig der erste Ort ist, an dem sich eine Allergie zeigt.
  • bei Pusteln, Krusten und übel riechenden Hautstellen, die auf eine bakterielle Infektion der Haut hindeuten.
  • bei Hautproblemen, die sich mit dem Futter ändern, um eine Futtermittelunverträglichkeit gezielt abzuklären.
  • bei Knoten und Umfangsvermehrungen in der Haut, um frühzeitig zu klären, ob eine weitere Abklärung nötig ist.

Häufige Hauterkrankungen

Das Spektrum reicht von der einmaligen Reizung bis zur lebenslangen Erkrankung, die gesteuert statt geheilt wird.

  • Allergien: atopische Dermatitis auf Pollen, Hausstaubmilben oder Schimmel, Futtermittelallergien und Reaktionen auf Flohspeichel; sie sind die häufigste Ursache für chronischen Juckreiz.
  • Pyodermie: bakterielle Hautinfektion mit Pusteln, Krusten und Geruch, meist als Folge einer bereits geschädigten Hautbarriere.
  • Parasitenbefall: Flöhe, Milben und Zecken, die direkt Hautveränderungen auslösen oder eine allergische Reaktion anstößen.
  • Pilzinfektionen: kreisrunde, schuppige Stellen mit Haarausfall, teils auf den Menschen übertragbar und deshalb schnell abzuklären.
  • Seborrhoe: gestörte Verhornung mit trockenen oder fettigen Schuppen, oft als Begleitbefund einer anderen Grunderkrankung.
  • Hormonell bedingte Hautveränderungen: etwa bei Schilddrüsenunterfunktion, mit symmetrischem Haarausfall, verdickter Haut und schlechter Wundheilung.

Wie wir die Ursache eingrenzen

Weil dieselbe Hautveränderung viele Auslöser haben kann, arbeiten wir uns systematisch vor.

  • Klinische Untersuchung von Haut und Anhangsorganen: Verteilungsmuster, Haarkleid, Krallen und Hautdrüsen geben die erste Richtung vor.
  • Hautgeschabsel, Zytologie und Pilzkultur: weisen Milben, Bakterien und Hefen direkt nach und trennen Primär- von Sekundärinfektion.
  • Blut- und Laboruntersuchungen: decken hormonelle und stoffwechselbedingte Ursachen auf, die sich an der Haut zeigen.
  • Allergietests: grenzen als Haut- oder Bluttest die auslösenden Allergene ein und sind die Grundlage für eine Desensibilisierung.
  • Ausschlussdiät: klärt bei Verdacht auf Futtermittelallergie, welche Bestandteile das Problem auslösen.
  • Hautbiopsie: liefert bei unklaren oder therapieresistenten Befunden die feingewebliche Diagnose.

Behandlung

Je nach Befund arbeiten wir medikamentös, lokal, diätetisch oder chirurgisch, in der Regel in Kombination. Akute Entzündungen werden zuerst zur Ruhe gebracht, danach folgt die Behandlung der Ursache: Desensibilisierung bei nachgewiesener Allergie, Umstellung des Futters bei Unverträglichkeit, Einstellung der Schilddrüse bei hormoneller Ursache. Hauttumoren entfernen wir chirurgisch, bei geeigneten Befunden mittels Laserchirurgie.

Chronische Hauterkrankungen sind selten in einer Sitzung erledigt. Sie brauchen Kontrolle, Anpassung und Geduld, dafür lassen sie sich in aller Regel gut steuern. Die Dermatologie ist bei uns eng mit Innerer Medizin, Ernährung, Onkologie und Chirurgie verzahnt. Welcher Weg für Ihr Tier sinnvoll ist, besprechen die behandelnden Tierärztinnen und Tierärzte mit Ihnen anhand des Befunds.

Mögliche Symptome

Diagnose-Möglichkeiten

Mögliche Krankheitsursachen

Möglicher Parasitenbefall

Behandlungsmöglichkeiten

  • Medikamente

    Bei der Medikamentengabe bei Tieren werden Arzneimittel oral, per Injektion verabreicht oder lokal aufgetragen. Wichtig für Therapie und Vorsorge ist de korrekte Anwendung.

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