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Was ein Tier frisst, entscheidet mit über Verlauf und Prognose vieler Erkrankungen. Bei Nierenerkrankungen, Futtermittelallergien, Diabetes oder Übergewicht ist die Fütterung kein Beiwerk zur Therapie, sondern ein Teil davon. In der Ernährungsberatung stellen wir sie so ein, dass sie zur Diagnose und zum Alltag passt.
Wann eine Ernährungsberatung sinnvoll ist
Nicht jedes Tier braucht einen Diätplan. In diesen Situationen lohnt er sich:
- bei Übergewicht, weil jedes Kilo zu viel Gelenke, Herz und Stoffwechsel belastet und Arthrose spürbar verschlimmert.
- bei chronischer Nierenerkrankung, wo eine angepasste Fütterung nachweislich zu den wirksamsten Maßnahmen überhaupt gehört.
- bei Verdacht auf Futtermittelallergie, um über eine sauber geführte Ausschlussdiät die auslösenden Bestandteile zu finden.
- bei chronischen Magen-Darm-Erkrankungen, wenn Erbrechen oder Durchfall immer wiederkehren.
- bei Diabetes und Stoffwechselerkrankungen, wo feste Fütterungszeiten und gleichbleibende Rationen die Einstellung erst möglich machen.
- bei Harnsteinen, um über die Fütterung einer Neubildung vorzubeugen.
- bei Untergewicht und Appetitlosigkeit, wenn ein Tier trotz Behandlung nicht zunimmt.
- im Wachstum und im Alter, weil junge Hunde großer Rassen und Senioren sehr unterschiedliche Anforderungen haben.
- bei selbst zusammengestellten Rationen, um zu prüfen, ob die Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen wirklich gedeckt ist.
Wie wir vorgehen
Am Anfang steht die Bestandsaufnahme: Was wird gefüttert, in welcher Menge, wie oft, was kommt an Leckerchen dazu. Anschließend erfassen wir Gewicht, Körperkondition und die vorliegenden Befunde. Erst daraus entsteht ein Plan, der zur Erkrankung passt und im Alltag durchzuhalten ist.
Ein Diätplan, den niemand einhält, hilft nicht. Deshalb richten wir ihn an dem aus, was in Ihrem Haushalt tatsächlich möglich ist, und legen fest, woran sich der Erfolg messen lässt: Gewicht, Blutwerte, Kotbeschaffenheit oder Hautbild, je nach Ausgangslage.
Besonderheiten bei Heimtieren
Bei Kaninchen, Meerschweinchen und Chinchillas ist die Fütterung nicht nur eine Frage der Nährstoffe, sondern auch der Zahnabnutzung. Ihre Zähne wachsen lebenslang nach und nutzen sich nur durch ausreichend strukturreiches Futter ab. Zu wenig Heu und zu viel Kraftfutter führen deshalb regelmäßig in die Zahnheilkunde und zu Verdauungsproblemen.
Was Ernährung leisten kann und was nicht
Eine passende Fütterung kann Erkrankungen verlangsamen, Beschwerden lindern und Medikamente einsparen helfen. Sie ersetzt aber keine Diagnose und keine Therapie. Wir arbeiten deshalb nicht mit Ernährungsempfehlungen ins Blaue hinein, sondern immer auf Grundlage der erhobenen Befunde.
Die Ernährungsberatung ist bei uns eng mit Innerer Medizin, Dermatologie und Orthopädie verzahnt. Ob ein Diätplan für Ihr Tier sinnvoll ist, besprechen die behandelnden Tierärztinnen und Tierärzte mit Ihnen anhand der Befunde.






















