Mehr zu Weichteilchirurgie

Weichteilchirurgie umfasst alle Eingriffe, die nicht am Knochen stattfinden: an den Organen der Bauch- und Brusthöhle, an Haut und Weichgewebe, an Harn- und Geschlechtsorganen. Sie ist der größte Teil des chirurgischen Alltags, von der geplanten Kastration bis zum nächtlichen Notfall, und sie betrifft Hunde, Katzen und Heimtiere gleichermaßen.

Wann weichteilchirurgisch operiert wird

Ein Teil dieser Eingriffe lässt sich planen, ein anderer duldet keinen Aufschub. Typische Anlässe:

  • bei Fremdkörpern im Magen-Darm-Trakt, die nicht von allein abgehen und einen Darmverschluss auslösen können.
  • bei Magendrehung, als akuter Notfall, bei dem über den Ausgang die Zeit bis zur Operation entscheidet.
  • bei Gebärmutterentzündung, die vor allem ältere, unkastrierte Hündinnen und Katzen trifft und schnell lebensbedrohlich wird.
  • bei Umfangsvermehrungen und Hauttumoren, um Gewebe vollständig zu entfernen und feingeweblich untersuchen zu lassen.
  • bei Erkrankungen von Blase und Harnröhre, etwa bei Harnsteinen oder einer Verlegung des Harnabflusses.
  • bei Wunden, Abszessen und Bissverletzungen, die chirurgisch versorgt und drainiert werden müssen.
  • bei Brüchen der Bauchwand, etwa Nabel- oder Leistenbrüchen, bevor Organanteile einklemmen.
  • zur Kastration, als geplanter Eingriff aus medizinischer Indikation oder zur Fortpflanzungskontrolle.

Wo wir operieren

  • Bauchhöhle: Eingriffe an Magen, Darm, Milz, Leber und Blase, geplant wie notfallmäßig.
  • Harn- und Geschlechtsorgane: Kastration, Gebärmutterentfernung, Eingriffe bei Harnsteinen und Fehlbildungen der Harnleiter.
  • Haut und Weichgewebe: Entfernung von Umfangsvermehrungen, Wundversorgung und rekonstruktive Verschlüsse größerer Defekte.
  • Minimalinvasive Eingriffe: Laparoskopie und Endoskopie über kleine Zugänge, mit weniger Gewebetrauma und kürzerer Erholungszeit.
  • Heimtierchirurgie: Eingriffe bei Kaninchen, Meerschweinchen und anderen kleinen Heimtieren, die eine eigene Narkoseführung verlangen.

Vorbereitung, Narkose und Nachsorge

Vor einem geplanten Eingriff klären wir Allgemeinzustand und Organfunktion ab, bei älteren Tieren und Vorerkrankungen genauer als bei jungen und gesunden. Aus dieser Einschätzung ergibt sich, wie die Narkose geführt und überwacht wird.

Im Notfall verkürzt sich diese Vorbereitung auf das Nötigste: Kreislauf stabilisieren, Befund sichern, operieren. Bei Magendrehung und Gebärmutterentzündung ist genau das der Punkt, an dem sich der Ausgang entscheidet.

Nach dem Eingriff geht es um Schmerzfreiheit, Wundkontrolle und Ruhe. Wie lange ein Tier geschont werden muss, hängt vom Eingriff ab, und diese Zeit sollte man ernst nehmen: Die meisten Komplikationen entstehen nicht im Operationssaal, sondern in der Woche danach.

Die Weichteilchirurgie ist Teil der Chirurgie und arbeitet eng mit Innerer Medizin und Onkologie zusammen, weil viele Eingriffe aus einem internistischen Befund heraus entstehen. Was in Ihrem Fall ansteht, besprechen die behandelnden Tierärztinnen und Tierärzte mit Ihnen vor dem Eingriff.

Mögliche Symptome

Diagnose-Möglichkeiten

Mögliche Krankheitsursachen

Behandlungsmöglichkeiten

  • Medikamente

    Bei der Medikamentengabe bei Tieren werden Arzneimittel oral, per Injektion verabreicht oder lokal aufgetragen. Wichtig für Therapie und Vorsorge ist de korrekte Anwendung.

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